Verbraucherzentrale: Hohe Anzahlungen bei Handwerksleistungen vermeiden

Viele Verbraucher beauftragen polnische Handwerker mit der Herstellung von Treppen oder dem Bau von Kaminen. Die meisten Anbieter führen ihre Leistungen zur Zufriedenheit ihrer Kunden aus. Für den Fall, dass doch mal etwas schief geht, sollten Verbraucher hohe Anzahlungen vermeiden, rät das Deutsch-Polnische Verbraucherinformationszentrum (VIZ) der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Herr Schmidt aus Brandenburg wollte in seinem Haus ein Kamin einbauen lassen. Bei der Recherche im Internet stieß er auf ein deutschsprachiges Angebot eines Kaminbauers aus dem Nachbarland.

Er kontaktierte den Anbieter und vereinbarte einen Besichtigungstermin. Beim Herrn Schmidt zu Hause unterbreitete der polnische Handwerker ein interessantes Angebot und verlangte eine Anzahlung von 50 Prozent – beinahe 1.500 Euro. Der Anbieter hielt jedoch weder den vereinbarten Liefertermin noch die gesetzten Nachtermine ein. Herr Schmidt wandte sich daher an das VIZ.

„Wir haben den Kaminbauer kontaktiert, sind im Namen des Verbrauchers vom Vertrag zurückgetreten und haben die Anzahlung zurückgefordert“, erklärt Dr. Katarzyna Trietz, Leiterin des VIZ. Der Fall ist rechtlich klar, jedoch wartet der Verbraucher immer noch auf sein Geld. Zwar bestreitet der Handwerker nicht, dass er zur Rückerstattung verpflichtet ist. „Wir können nicht ausschließen, dass das Ausbleiben der Leistung durch finanzielle Schwierigkeiten verursacht wird“; sagt Trietz. „Sollte die Rückzahlung weiter auf sich warten lassen, werden wir dem Verbraucher empfehlen, weitere Schritte gegen den Anbieter zu prüfen.“

„Eine Garantie, dass bei einer Bestellung alles reibungslos läuft, unabhängig davon, ob sie grenzüberschreitend war oder nicht, hat man nie. Als Verbraucher soll man jedoch grundsätzlich keine hohen Anzahlungen leisten, denn nur so kann man größeren Ärger vermeiden“, fügt die Juristin hinzu.

 

29.02.2016

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