Zweisprachige Beratung hilft Verbrauchern in der Grenzregion

Viele Bürger aus Brandenburg und Polen kaufen im Nachbarland ein. Bei Verträgen entstehen durch Sprachbarrieren und unterschiedliche Gebräuche häufig Probleme. Das Deutsch-Polnische Verbraucherinformationszentrum (VIZ) der Verbraucherzentrale Brandenburg hilft deutschen und polnischen Verbrauchern bei der Lösung.

So wandte sich eine Polin an das VIZ, deren Telekommunikationsanbieter jeden Monat einen hohen Betrag von ihrem Konto abbuchte. Ihr war in einem Frankfurter Mobilfunkladen ein umfangreicher Vertrag verkauft worden, den sie eigentlich gar nicht benötigte. Die Vertragsunterlagen wurden per Kurier geliefert und die Verbraucherin fühlte sich so unter Druck gesetzt, dass sie den Vertrag unterschrieb.

Ein Widerruf am nächsten Tag brachte keinen Erfolg, ebenso wenig wie die Kontaktaufnahme mit dem Mobilfunkshop oder dem telefonischen Kundenservice, obwohl Kunden bei Vertragsabschluss an der Haustür ein zweiwöchiges Widerrufsrecht haben. Erst durch das Eingreifen der Beraterin des VIZ stornierte der Anbieter den Vertrag und erstattete das Geld.

Der Fall ist exemplarisch für die Probleme von Polen in Deutschland, aber auch umgekehrt von Deutschen in Polen, so die Leiterin des VIZ in Frankfurt (Oder), Dr. Katarzyna Guzenda: „Die genauen Vertragsbedingungen sind für Nicht-Muttersprachler häufig schwer verständlich. Auch die Kommunikation mit Verkäufern und Kundenservice ist in einer Fremdsprache viel schwieriger.“

Die Juristen des VIZ kennen sich sowohl im deutschen als auch im polnischen Recht aus. Zudem sind sie beider Sprachen mächtig und gewährleisten so eine Beratung in der jeweiligen Muttersprache.

 

07.11.2017

 

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